Carlo Marangio

geb.: 1936 in Lecce – seit 2006 in Mailand

Signiert: unten rechts: „ C.Marangio 70 “

Höhe: 91 cm|114 cm | Breite: 72 cm| 86 cm

Nr. 1813

 

 

Carlo Marangio (Jahrgang 1936) wird bereits während des Studiums an der Kunsthochschule in Florenz für seine Malerei ausgezeichnet und erhält eine Einladung zur Dritten Biennale der jungen Künstler in Rom. Seine ersten Werke, Stadtansichten, Landschaften und Stillleben spiegeln die enge Bindung an die Geburtsstätte, dem Salento, wider.

Nach Beendigung des Studiums beginnt für Marangio die Laufbahn eines freischaffenden Malers. Er zieht nach Mailand, wo ihm in Anerkennung seiner expressiven Originalität 1960 in der Galleria dei Re Magi eine eigene Ausstellung gewidmet wird. Marangio interessiert sich immer mehr für die Kunst der Realitätsabbildung, erforscht neue Möglichkeiten des räumlichen Ausdrucks, Plastizitäten und das emotionale Potential der alltäglichen Gegen-stände sowie von Früchten und Gemüse.

1960 reist er nach Paris. In dieser Stadt verbringt und arbeitet er die nächsten 46 Jahre bis zum Jahre 2006. Hier in der französischen Hauptstadt begegnen ihm ein fruchtbares Klima von kultureller Freiheit und zahlreiche Kunstrichtungen. Seine Malerei wird immer abstrakter, wobei die Natur, auch wenn mittlerweile abgelöst, weiter Bestandteil der Arbeiten von Marangio bleibt, nicht nur als Matrix der Vergangenheit, sondern als vitale Energiequelle für eine nahezu mechanische Dynamik In seinen Werken spürt man eine spontane Abkehr von der optischen Wirklichkeit, eine Besinnung auf die innere Struktur der Dinge, auf deren emotionalen Kern. Früchte und Gemüse werden in der kubistischen Malweise immer weniger erkennbar; ihre ursprünglichen und natürlichen Formen werden zerlegt und neu zusammengestellt und neuen räumlichen Strukturen zugeführt.

Viele seiner Arbeiten seit den Siebzigern bestehen aus einfarbigen Oberflächen mit der Konfiguration einer mutigen Zeichnung und begrenzter Farbelemente im unteren Teil des Bildes. In diesen Bildern spiegelt sich die besondere Aufmerksamkeit auf die Ästhetik der Malerei wider, die charakteristisch für die Pariser Schule ist. Langsam jedoch füllen sich seine Werke wieder mit barocken Strukturen; die Farben werden reichhaltiger, klarer und lebhafter mit einer starken Dominanz der Blautöne. Diese Farbkompositionen sind wahrscheinlich der Spiegel des Salento, seines fruchtbaren Bodens, von Sonne und Meer.

Roberto Sanesi erkennt in seiner Malerei eine fortschreitende Reduktion der sinnlichen Aspekte zugunsten einer vorwiegend ausdrucksstarken Formel und eines auf die Klarheit der Striche begründeten Stils.